Häufige Fragen

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Perfluoroctansäure (PFOA) ist eine Industriechemikalie, die hauptsächlich als Hilfsstoff (Emulgator) bei der Herstellung von Fluorpolymeren eingesetzt wurde.

Fluorpolymere sind Hochleistungskunststoffe u.a. für eine Vielzahl von Anwendungen im Umweltschutz, wie Dichtungen, Korrosionsschutz, Rauchgasreinigung, Regenerative Energien und Energiespeicher usw.  Sie werden zu einem kleinen Teil auch als Antihaftbeschichtung für Kochgeschirr verwendet.

In Gendorf wurde die Produktion von PFOA zwischen 2003 und 2004 endgültig eingestellt, PFOA findet seit 2008 mit der Entwicklung eines umweltverträglicheren Ersatzstoffs keine Verwendung mehr.

PFOA gehört zu den persistenten, also langlebigen und schwer abbaubaren Stoffen. Die aktuelle Bodendetailuntersuchung zeigt, dass die Substanz im Oberboden zu finden ist und jetzt noch über Jahrzehnte hinweg mit dem Regenwasser langsam in das Grundwasser sickert. Dies ist der Grund, warum die PFOA-Konzentration im Grundwasser in den nächsten Jahren noch weiter zunimmt, obwohl der Stoff seit 2008 in Gendorf nicht mehr verwendet wird.

In der Trinkwasserverordnung sind für PFOA keine spezifischen Grenzwerte festgelegt. Auch international gibt es für diese Stoffgruppe bis jetzt keinen Trinkwassergrenzwert. Die Bewertung der perfluorierten Verbindungen (PFAS) im Trinkwasser erfolgt gemäß den Empfehlungen des Umweltbundesamtes.

Siehe: www.lgl.bayern.de/lebensmittel/warengruppen/wc_59_trinkwasser/ue_2009_trinkwasser_pft.htm

Auf Grund einer Neubewertung verschiedener Studien zu perfluorierten Substanzen im Trinkwasser hat das Umweltbundesamt nach Anhörung der Trinkwasserkommission am 20.09.2016 eine ausführliche Empfehlung zu verschiedenen PFAS, u. a. auch PFOA und PFOS, veröffentlicht. Darin wird der für Trinkwasser lebenslang gesundheitlich duldbare Leitwert in Höhe von 0,3 µg/l (Summe aus PFOA und PFOS) auf jeweils 0,1 µg/l für die Einzelsubstanzen PFOA und PFOS abgesenkt.

 

Die aktuelle Empfehlung des Umweltbundesamtes zur Absenkung der Leitwerte für PFOA wurde nach dem Vorsorgeprinzip, basierend auf hohen Sicherheitsfaktoren, abgeleitet und dient als Bezugspunkt für Vorsorgemaßnahmen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit. Der Trinkwasserleitwert stellt dabei keinen rechtsverbindlichen Grenzwert dar. Die neue Empfehlung signalisiert aber ein gestiegenes Sicherheitsbewusstsein in unserer Gesellschaft.

Das privat geförderte Grundwasser ist anders als Trinkwasser nicht gesetzlich überwacht. Details zur Grundwassernutzung eines privaten Brunnens regelt die jeweilige Genehmigung bzw. wasserrechtliche Erlaubnis. 

InfraServ Gendorf übernimmt als Standortbetreiber des Chemieparks und Partner der Region die Rolle des Vermittlers und Kommunikators, um abgestimmte, praktikable Lösungen im Einklang mit Mensch und Natur schnell umsetzen und abwickeln zu können.
Die Gemeinden haben sich für Aktivkohlefilter-Anlagen entschieden – eine Lösung, die technisch sehr gut umsetzbar ist und bereits in Alzgern erfolgreich praktiziert wird. InfraServ Gendorf hatte hierzu eine detaillierte Ausarbeitung des Einsatzes der Aktivkohlefiltration vorgenommen und Lösungsvarianten entwickelt.

Ja. Die Aktivkohlefiltration stellt eine geeignete und vor allem sichere Lösung dar, um PFOA aus dem Grund- bzw. Trinkwasser zu filtern. Aktuell betreibt beispielsweise der Wasserzweckverband Inn-Salzach bei Alzgern eine Aktivkohlefilter-Anlage. Aktuelle Wasserwerte des Trinkwassers finden Sie hier: www.wasserzweckverband-inn-salzach.de/html/wasserwerte.htm.

Weitere Infos zur Aktivkohlefiltration hält unsere Website hier für Sie bereit.
Der Chemiepark GENDORF hat zugesagt, die durch PFOA bedingten Mehrkosten zur Umsetzung einer abgestimmten Lösung für die Trinkwasserversorgung unter Berücksichtigung des neuen Leitwerts zu übernehmen.
Zum jetzigen Zeitpunkt, vorbehaltlich von Auflagen und Änderungen von Behördenseite, gehen wir von einer Inbetriebnahme der Anlagen im Sommer 2018 aus.
Der Realisierung von Bauprojekten geht stets der erforderliche Erhalt entsprechender Genehmigungen voraus, die mit bestimmten Anforderungen und Auflagen verbunden sind. Auch in diesem Fall ist die InfraServ Gendorf an diese offiziellen Abläufe gebunden und kann erst nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens mit den Bauarbeiten starten. Um keine Zeit zu verlieren, hat InfraServ Gendorf bereits frühzeitig mit dem Detail-Engineering der Anlagen begonnen.

Der Leitwert für PFOA stellt grundsätzlich die Konzentration dar, die gesundheitlich lebenslang duldbar ist. Jedoch sind Aufsichtsbehörden bei einer Überschreitung angehalten, „Handlungen einzuleiten, die so in das System eingreifen, dass der Leitwert bald wieder unterschritten wird.“
(Siehe: www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/dokumente/grenzwerte_leitwerte.pdf )
Im Falle des Öttinger Forsts sind die vorsorglichen Maßnahmen zur sicheren Trinkwasserversorgung in Form von Aktivkohlefilteranlagen bereits beschlossen und befinden sich derzeit in der Umsetzung.