Was ist OHRIS?
"Ohris", das Wort greift die Initialen des englischen Fachausdrucks "Occupational Health- and Risk-Management- System", zu deutsch Managementsystem für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit, auf.
OHRIS beschäftigt Behörden, Berufsgenossenschaften und Betreiber von Anlagen und Einrichtungen mittlerweile auch außerhalb der weiß-blauen Grenzen Bayerns.
Aus dieser Substitution heraus entstand OHRIS mit seinem konsequent praxisorientierten Ansatz, das die mittlerweile bewährten Instrumente der Qualitäts- und Umweltschutz-Managementsysteme und vor allem den darin angelegten Prozess der kontinuierlichen Verbesserung auch auf den Bereich des Arbeitsschutzes überträgt.
Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Einführung von OHRIS war und ist dabei die Freiwilligkeit. Kein Betreiber sollte gezwungen werden, an diesem System teilzunehmen. Die Motivation dazu sollte einerseits aus der Überzeugung resultieren, dass der Schutz der eigenen Mitarbeiter, also der Grundlage jeglicher Produktionsaktivität, im ureigensten Interesse jedes Unternehmers liegen muss, andererseits bestand von Anfang an Einigkeit, dass durch geeignete Substitutionsmaßnahmen ein zusätzlicher Anreiz für Betreiber geschaffen werden sollte.
In lediglich zehn Elementen legt OHRIS fest, welche Gesichtspunkte bezüglich Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit ein Betreiber innerhalb der Organisation seines Unternehmens abdecken muss, wenn er sich an dieser Initiative beteiligen will. Die Inhalte dieser Elemente reichen von Organisation und Verantwortung über systematische Gefährdungsermittlung und -bewertung, Einbeziehung der Mitarbeiter bis zum konsequenten Hinterfragen und Überprüfen der Wirksamkeit des mit Hilfe von OHRIS eingeführten betreibereigenen Managementsystems selbst. Dabei legt OHRIS keinen strengen Rahmen fest, es gibt lediglich die notwendigen Inhalte vor; wie der jeweilige Betreiber diese Inhalte abdeckt und mit Leben erfüllt, liegt zunächst ganz in seiner eigenen Verantwortung.
Diese großen Freiräume, diese weitgehende Flexibilität sind es dann auch, die wesentlich zur hohen Akzeptanz von OHRIS beitragen.
Dem gegenseitigen Vertrauen kam hier eine Schlüsselrolle zu, denn nur dadurch war es möglich, Kontroll- und Überwachungsaktivitäten der staatlichen Seite zurückzuschrauben und sie statt dessen durch betreibereigene Aktivitäten "funktional äquivalent" zu ersetzen.
OHRIS ist also das Ergebnis von gemeinsamen Aktivitäten, ausgehend von den deutlich unterschiedlichen Interessenslagen der Beteiligten, aber stets getragen vom gemeinsamen Ziel, Sicherheit für Mitarbeiter, Nachbarschaft und Umwelt zu gewährleisten.
Diese neue, gemeinsame Basis ist ein Grund, warum wir für den Standort Bayern im Hinblick auf arbeitsschutzrechtliche Themen optimistisch in die Zukunft blicken und uns auch für kommende Herausforderungen gut gewappnet fühlen. Dieser Weg der Substitution muss konsequent weiterverfolgt und auch auf andere Rechtsbereiche nachhaltig übertragen werden.
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Sicherheit in der chemischen Industrie stand im Mittelpunkt der ersten Urkundenverleihung am 22. Mai 2000 durch die Staatsregierung an Bayerische Branchenführer und zugleich Pioniere in der Sicherheit am Arbeitsplatz. Die Unternehmen OMV Deutschland, der Industriepark Werk GENDORF - mit den Gesellschaften Clariant, Dyneon, InfraServ Gendorf und Vinnolit -, Wacker und ESPE haben als erste erfolgreich das Artbeitsschutz-System "Ohris" eingeführt. Zusammengerechnet stehen die Unternehmen für über 20 000 Arbeitsplätze.
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