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10.11.2022

Wichtiger Schritt zur Klimaneutralität: Planungen zu Biomasseheizkraftwerk schreiten voran

Noch steht die Umsetzung unter Vorbehalt: Um keine Zeit zu verlieren, treibt InfraServ Gendorf die Planungen für ein Biomasseheizkraftwerk im Chemiepark GENDORF dennoch weiter voran. Noch in diesem Jahr sollen die Anträge für das Genehmigungsverfahren bei den Behörden eingereicht werden. Am 16. November veranstaltet das Unternehmen dazu eine Infomesse, um interessierte Bürger über das Projekt zu informieren und Fragen zu beantworten.

Das Biomasseheizkraftwerk könnte ein wichtiger Baustein zur Klimaneutralität im Chemiepark GENDORF werden. Noch steht das Projekt unter Vorbehalt. Trotzdem lädt InfraServ Gendorf zu einer Informationsveranstaltung. (Grafik: Sweco)

„Die Abkehr von fossilen Brennstoffen ist eine der dringlichsten Aufgaben der Chemieindustrie. Im Chemiepark arbeiten wir deshalb intensiv an Möglichkeiten, wie wir den Standort klimaneutral und damit zukunftsfähig gestalten können“, schildert Dr. Christoph von Reden, Geschäftsleiter des Standortbetreibers InfraServ Gendorf. Bis 2050 soll die komplette Energieversorgung in der Europäischen Union auf klimaneutrale Energiequellen umgestellt sein, in Deutschland bis 2045 – und Bayern hat sich sogar 2040 als Ziel gesteckt. Entsprechend bedeutsam ist das Projekt, das jetzt gemeinsam von InfraServ Gendorf und dem Energieversorger E.ON angestoßen wurde: Ein Biomasseheizkraftwerk soll zukünftig einen erheblichen Teil der Leistung des bestehenden Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks im Chemiepark ersetzen und den Standort auf dem Weg zur Klimaneutralität deutlich voranbringen. 

Starke Reduktion von CO2-Emissionen
Mit dem geplanten Biomasseheizkraftwerk könnten rund 50 Prozent des Dampfbedarfs im Chemiepark abgedeckt und etwa 130.000 Megawattstunden (MWh) klimaneutraler Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden. Rechnerisch ließe sich damit der Jahresbedarf von rund 40.000 Haushalten decken. Nach Inbetriebnahme des Biomasseheizkraftwerks ließe sich die Leistung des bestehenden Gaskraftwerks auf etwa die Hälfte des heutigen Niveaus herunterfahren und damit der Gasverbrauch signifikant senken. Dadurch würden die CO2-Emissionen im Vergleich zu heute um rund 45 Prozent sinken. Die damit eingesparten 96.000 Tonnen CO2 pro Jahr entsprechen dem Jahresausstoß von rund 18.000 Haushalten in Deutschland. „Das Besondere an dem Projekt ist, dass wir weniger abhängig von überregionalen Infrastrukturen wären und es aus eigener Kraft bis 2026 umsetzen könnten. Die schnelle Realisierung wäre deshalb ein wichtiger Meilenstein in unserer Transformation zur Klimaneutralität und würde den Handlungsspielraum in der weiteren erfolgreichen Umsetzung der Klimaziele für uns deutlich erhöhen“, macht ISG-Geschäftsleiter Dr. Christoph von Reden deutlich.

Rahmenbedingungen unsicher

Noch steht die Umsetzung aber unter Vorbehalt: Zum einen stehen finale Investitionsentscheidungen noch aus. Zum anderen droht durch eine neue EU-Richtlinie dem klimapositiven Projekt das vorzeitige Aus: Ein neuer Richtlinienentwurf der Europäischen Union (Renewable Energy Directive, kurz: RED III) soll die Verbrennung von holziger Biomasse als förderfähige und klimaneutrale Bioenergie erheblich einschränken. Eine daraus drohende Folge wäre, dass der wirtschaftliche Betrieb eines Biomasseheizkraftwerks in der Chemieindustrie, wie es im Chemiepark vorgesehen wäre, aufgrund wegfallender Brennstoffquellen nicht dauerhaft möglich wäre. „Der Kerngedanke dieser Richtlinie ist durchaus nachvollziehbar, wenn es darum geht, einen Raubbau von Wäldern zu verhindern. Allerdings schießt sie im aktuellen Entwurf deutlich über das Ziel hinaus und kategorisiert Holzqualitäten so, dass sie in der Praxis viel Raum für Interpretationen und damit regulatorische Unsicherheiten bieten. Wir als Kraftwerkbetreiber brauchen aber für eine langfristige Investitionsentscheidung vor allem eines: klare und langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen“, erklärt von Reden. Trotzdem werde man vorerst die Planungen weiter vorantreiben, so der ISG-Geschäftsleiter.

Infomesse – Einladung zum Bürgerdialog
InfraServ Gendorf setzt im Projekt weiter auf Transparenz und offene Kommunikation. Nachdem im Sommer Gespräche mit Vertretern aus den umliegenden Gemeinden, Politik, Behörden und Naturschutzverbänden in der Region aufgenommen wurden, lädt das Unternehmen am Mittwoch, den 16. November von 15 Uhr bis 21:30 Uhr, zu einer Infoveranstaltung in das Bürgerzentrum Burgkirchen, um interessierte Bürgerinnen und Bürger über das Projekt zu informieren. Experten aus verschiedenen Themengebieten erläutern im Rahmen der Veranstaltung für Laien verständlich fachliche Details zum Biomasseheizkraftwerk und beantworten offene Fragen.
 
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Tilo Rosenberger-Süß
Leiter Kommunikation
Tel: +49 8679 7-5393